E-Mail-Weihnachtsgrüße an die Kundschaft – Image fördernd?

Überlegen Sie genau, wem Sie auf welchem Weg Ihre Festtagsgrüße senden wollen. Weihnachtspost via E-Brief, E-Mail, SMS oder Fax eignet sich nur sehr eingeschränkt. Wählen Sie einen dieser Wege nur, wenn Sie die Vorlieben für moderne Medien der Empfangsperson kennen. Entscheiden Sie sich im Zweifelsfall besser für den traditionellen Postweg.

Das gilt auch für Weihnachtsgrüße an die Kundschaft. So schnell und bequem eine E-Mail an einen großen Verteiler auch sein mag: Unter Umständen schaden Sie damit Ihrem Firmenimage mehr, als dass es gesteigert wird. So kann es bei den Angeschriebenen großen Unmut auslösen, wenn durch einen offenen E-Mail-Verteiler bekannt wird, dass sie zum Kunden- oder Lieferantenkreis eines Unternehmens gehören. Wenn überhaupt dieser Weg gewählt wird, ist es angebracht, den Versand über den Bcc-(Blind-Kopie-)Verteiler vorzunehmen. Empfehlenswerter bleibt nach wie vor der Postweg, weil eine Karte oder ein Brief einen nachhaltigeren und persönlicheren Eindruck hinterlässt.

 Quelle: Arbeitskreis Umgangsformen International (AUI)

Smartphone & Co. – smarter Umgang erwünscht

Bereits für die alte Generation der Mobiltelefone gilt: Legen Sie Ihr Handy nicht auf den (Schreib-) Tisch, wenn Sie mit jemandem im Gespräch sind. Das signalisiert: Ich bin jederzeit bereit, die Unterhaltung mit Ihnen (dir) zu unterbrechen. Die unterschwellige, aber eindeutige Botschaft: Sie sind (du bist) mir unwichtig. Unterbrechen Sie kein Gespräch – auch nicht den Blickkontakt –, um Ihr Handy hervorzuholen und eine eingegangene SMS zu lesen oder eine zu schreiben. Beides hat den gleichen negativen Effekt; Letzteres selbst dann, wenn der Blickkontakt beim Eintippen gehalten wird.

Genauso unhöflich ist es, in einem Gespräch die vielfältigen Möglichkeiten zu nutzen, die Ihnen ein Smartphone, andere Tablet-PCs oder weitere internetfähige Geräte, etwa ein iPad, bieten. Zeigen Sie Ihrem Gegenüber Ihre Wertschätzung, indem Sie darauf verzichten, sich während der Zeit des Gesprächs um soziale Netzwerke zu kümmern, im Internet zu surfen, E-Mails zu lesen oder zu schreiben, „nebenher“ ein Video oder Musik laufen zu lassen oder gar Ihre Aufmerksamkeit einem Spiel zu widmen. Nutzen Sie das Internet nur dann, wenn es allen in der Gesprächsrunde von Nutzen ist, dass Sie dort eine Information suchen, und Sie darum gebeten werden. Wollen Sie als Gedankenstütze Gesprächsinhalte eintippen, fragen Sie vorher, ob das für andere in Ordnung ist.

Quelle: Arbeitskreis Umgangsformen International (AUI)

SMS – der aktuelle „Knigge-Aufreger“

Eine überwältigende Mehrheit der Deutschen findet es respektlos und feige, eine Beziehung per SMS zu beenden. Dies zeigt: Die Menschen haben ein feines Gespür dafür, dass es bei aller Liebe zu modernen Medien Grenzen gibt, die den Umgang mit ihnen bestimmen. Wer seinen Mitmenschen Wertschätzung entgegenbringt, wird bestimmte Nachrichten deshalb nach wie vor im persönlichen Gespräch oder auf dem traditionellen Postweg überbringen.

So bleibt es ein Tabu, Kondolenz per SMS zu übermitteln, wenn eine Todesnachricht per Trauerbrief oder Zeitungsanzeige bekannt gegeben wurde. Ungeeignet ist eine SMS unter anderem für eine kurzfristige Absage wegen der Unsicherheit, ob die Empfangsperson sie rechtzeitig liest, sowie für offizielle Geschäftsbriefe. Schreiben zu besonderen Anlässen – etwa eine Einladung zur Hochzeit oder Gratulationen zu herausragenden Festtagen wie einer Taufe oder goldenen Hochzeit – haben auch heute noch als Brief, vorzugsweise handgeschrieben, oder Karte im wahren wie im übertragenen Sinn des Wortes mehr „Gewicht“ als eine SMS.

Quelle: Arbeitskreis Umgangsformen International (AUI)